Psychiatrie Quelle: Sven Skultety

Die psychiatrische Abteilung des JVK NRW stellt insgesamt 60 Betten für die Behandlung von psychisch erkrankten männlichen Gefangenen aus dem Justizvollzug in NRW zur Verfügung.

Der Bereich unterteilt sich in eine Intensiv- und eine Station für psychiatrische Regelbehandlung.

Die Station für Intensivbehandlung „5B“ dient als Aufnahmeeinheit und spezialisiert sich auf akute Krankheitsbilder wie Suizidalität, schizophrene und affektive Psychosen, Patienten mit Selbstverletzungstendenzen, schwerem desorganisierten Verhalten, Fremdaggressivität etc.

Um ein unausgesetztes Monitoring überwachungsbedürftiger Erkrankter zu gewährleisten, verfügt diese Station über bis zu 16 Behandlungsplätze in 8 Beobachtungszimmern.

Hier erfolgen die diagnostische Einschätzung, die Risikobeurteilung und die Anbehandlung. Auf die Station für Regelbehandlung „5A“ werden Patienten, die nicht kurzfristig stabilisiert werden können, übernommen.

Des Weiteren können hier Direktaufnahmen von Patienten erfolgen, die ohne Sicherungsmaßnahmen geführt werden können.

Hier bieten wir neben allgemeinpsychiatrischen Behandlungsinterventionen in Form von Psychopharmakotherapie und supportiven Kontakten auch spezifische Angebote wie Psychoedukationsgruppen für schizophrene Psychosen und affektive Störungen, eine Gruppe für Patienten mit Angststörungen, Suchtinformationsgruppen bzw. suchttherapeutische Gruppen sowie störungsspezifische Therapien für bestimmte Krankheitsbilder, wie z.B. Panikstörungen und posttraumatische Belastungsstörungen an.

Für komorbide Suchterkrankungen erfolgt  eine qualifizierte Suchtberatung und nach Indikation eine Vermittlung in eine Entwöhnungstherapie .

Darüber hinaus nehmen die Patienten an begleitenden Therapien teil, wie neuropsychologische Trainingsprogramme (Cog-Pack), Ergotherapie, Entspannungsgruppen, bewegungstherapeutische Gruppen, Milieutherapie, Kochtherapie etc..

Das Behandlungsangebot wird durch die Nutzung der physiotherapeutischen Abteilung ergänzt.

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind die diagnostische Einschätzung von Verhaltensauffälligkeiten bei Gefangenen, die Früherkennung von Psychosen bei jugendlichen Inhaftierten sowie die Beratung der Justizvollzugsanstalten bei Fragestellungen im Umgang mit psychisch Erkrankten Insassen.

Ein störungsspezifisches Behandlungsangebot für Persönlichkeitsstörungen besteht nicht.  Patienten mit diesen Diagnosen können aber selbstverständlich bei akuter Dekompensation zur Krisenintervention aufgenommen werden.