Justizvollzugsmitarbeiter können in ihrem Beruf seelische Belastungen erfahren, die über die normalen menschlichen Erfahrungen hinausreichen. Eine Vielzahl von Mitarbeitern aller Berufsgruppen und Hierarchieebenen kann von diesen Belastungsstörungen betroffen werden.

Darüber hinaus ist festgestellt worden, dass der Umgang mit psychischen kranken und verhaltensauffälligen Gefangenen als der Faktor eingeschätzt wird, der die Gesundheit der Mitarbeiter am stärksten beeinträchtigt.

Die psychosoziale Notfallversorgung von Justizvollzugsbediensteten nach besonders belasteten beruflichen Ereignissen soll daher landesweit als einheitliches Instrument der Gesundheitsförderung eingesetzt werden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen durch geeignete und geschulte Kolleginnen und Kollegen nach Stress auslösenden dienstlichen Situationen angesprochen, beraten und im Zweifel in eine externe Beratung vermittelt werden.

Stress auslösende Situationen können sein:

  • Beleidigungen/ Bedrohungssituationen
  • Zwangsmedikationen
  • Übergriffe
  • Geiselnahme
  • Suizide
  • u.v.m.

Diese Erlebnisse lösen normale Stressreaktionen aus, welche sich auf das Berufsleben, das Familienleben und auf die Gesundheit auswirken und langfristig zur Erkrankung führen können.

Derzeit sind 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im hiesigen Justizvollzugskrankenhaus NRW als kollegiale Ansprechpartner im Rahmen der PSNV tätig und stehen allen Kolleginnen und Kollegen nach einem belastenden Vorfall als Gesprächspartner zur Verfügung.